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Insights
 
 
 
 

Bericht an die Aktionäre

Resilienz und robuste Ertragskraft in einem schwierigen Umfeld

 
 

Dr. Thomas Schmuckli-Grob, Verwaltungsratspräsident und Dr. Daniel Bossard, CEO

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre

An das vergangene Geschäftsjahr werden wir uns lange erinnern: Die heftigen Auswirkungen der COVID-19 Pandemie auf das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben lagen 2020 im Mittelpunkt unser aller Interesse.

Auch wenn die Nachfrage in wichtigen Absatzmärkten zeitweise einbrach und der starke Schweizer Franken die Bossard Gruppe erneut belastete, konnten wir Umsatz und Rentabilität dank einer bemerkenswerten Widerstandskraft auf hohem Niveau halten. Der Verwaltungsrat und die Konzernleitung sind mit dem Ergebnis 2020 zufrieden. Der Umsatz betrug im vergangenen Geschäftsjahr 812,8 Mio. CHF (Vorjahr: 876,2 Mio. CHF). Das Betriebsergebnis (EBIT) belief sich auf 86,4 Mio. CHF (Vorjahr: 95,7 Mio. CHF), was einer EBIT-Marge von 10,6 % (Vorjahr: 10,9 %) entspricht – ein gutes Resultat in einem äusserst anspruchsvollen Jahr. Dies gilt ebenfalls für den Konzerngewinn, welcher 67,8 Mio. CHF (Vorjahr: 76,0 Mio. CHF) betrug.

Resilienz dank breiter Diversifikation

Die Resilienz der Bossard Gruppe inmitten einer seit Jahren nicht mehr erlebten Krise lässt sich verschiedentlich erklären. Sie begründet sich zunächst mit der breiten Diversifikation der Gruppe. Die aus der Pandemie resultierende Krise hat ganze Marktsegmente und damit auch viele unserer Kunden hart getroffen. Die seit Jahren dezidiert vorangetriebene Ausrichtung auf neue Wachstumsfelder und Aktivitätsbereiche hat sich im «Corona-Jahr» positiv ausgewirkt – namentlich durch starke Impulse aus den Bereichen Medizinaltechnik, Halbleiterfertigung, Eisenbahnbau und Elektromobilität.

Unsere geografische Diversifikation hat ebenfalls dazu beigetragen, die Krise etappenweise zu meistern – angefangen in Asien, dann in Europa und Amerika, wobei sich der chinesische Markt bereits im Juni 2020 wieder annähernd auf dem Niveau vor der Krise befand. 

Bossard erwies sich dabei in jeder Phase dieses Wirtschaftseinbruchs als verlässliche Partnerin. Unsere seit Jahren praktizierte duale Einkaufsstrategie, welche jeweils alternative Beschaffungsquellen vorsieht, spielte dabei eine zentrale Rolle. Dank ihr blieb unsere Lieferfähigkeit auch in den turbulentesten Monaten in allen Weltmarktregionen erhalten. Bossard hat auf diese Weise einen wichtigen Beitrag geleistet, damit die Fertigungsprozesse in den Produktionsstätten der Kunden aufrecht erhalten werden konnten. Zusammenfassend können wir sagen: Das in den letzten Jahren konsequent weiterentwickelte Geschäftsmodell hat seine Probe eindrucksvoll bestanden.

Erfolge der Digitalisierung 

Die getätigten Investitionen im Bereich der Digitalisierung zahlten sich aus. Dank ihnen konnten wir die Geschäftstätigkeiten auch unter erschwerten Rahmenbedingungen weitgehend ohne Unterbrechung fortsetzen.

So wurde etwa der Bereich Smart Factory Logistics, bei dem automatisierte Lagerbewirtschaftungssysteme eingerichtet und betrieben werden, fast nahtlos weitergeführt und teilweise sogar ausgebaut. Das damit verbundene Know-how wurde im vergangenen Jahr verstärkt nachgefragt: Schliesslich tragen im pandemiegeprägten Umfeld Systeme, die eine Maschine-zu-Maschine-Kommunikation ermöglichen, dazu bei, die Kontakte zwischen Mitarbeitenden zu reduzieren oder sogar Prozesse gänzlich zu automatisieren. Unsere technischen Seminare wie auch Engineering Projekte konnten wir dank den Digitalisierungsanstrengungen weiter ausbauen.

Wir sind stolz darauf, dass wir mit unserer digitalen Kompetenz zu jedem Zeitpunkt der Krise die verschiedenen Vertriebskanäle optimal nutzen konnten, um unseren Kunden in neuer Art und Weise unsere Produkte zu liefern und Dienstleistungen anzubieten.

Respektabler Leistungsausweis in den Regionen

Wie Sie sich vorstellen können, sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, entwickelten sich die Märkte in den einzelnen Weltregionen und Ländern höchst unterschiedlich. In Europa wurden unsere Abnehmer in verschiedenen Ländern durch die behördlichen Massnahmen über Wochen hinweg in ihrer Handlungsfreiheit massiv eingeschränkt. Gerade in diesem von beträchtlichen Verwerfungen geprägten Wirtschaftsumfeld hat uns die breit aufgestellte Kundenbasis entscheidend geholfen. Insgesamt haben wir 2020 in Europa und insbesondere in der Schweiz einen respektablen Leistungsausweis erzielt.

Und wir investieren weiterhin in die Zukunft, wie die im November erworbene 40 %-Beteiligung am Start-up-Unternehmen MultiMaterial-Welding AG zeigt. Das Unternehmen zeichnet sich durch innovative Technologien aus, die neuartige Befestigungslösungen bei Leichtbau- und Multimaterialkonstruktionen ermöglichen. Das ist vor allem für Unternehmen interessant, die im Transportsektor tätig sind – hier sehen wir ein grosses Potenzial.

In Amerika war Bossard bereits im zweiten Semester 2019 mit einem deutlich härteren Marktumfeld konfrontiert. Unsere getätigten Massnahmen verlangsamten erfolgreich die Umsatzerosion, dies beweisen die Resultate des dritten und insbesondere des vierten Quartals. Hinzu kommt, dass wir in Amerika spannende Projekte lanciert haben, die neues Wachstum generieren werden – etwa im Bereich Elektromobilität.

In Asien befindet sich Bossard dank intensiver Investitionstätigkeit seit Jahren auf Wachstumskurs. Diese Erfolgsgeschichte wurde pandemiebedingt vorübergehend im ersten Quartal 2020 unterbrochen, doch bereits im zweiten Quartal kehrten einige unserer Ländergesellschaften auf ihren expansiven Kurs zurück. Und im zweiten Halbjahr verbuchten wir für die gesamte Marktregion wieder einen leichten Zuwachs in Lokalwährung.

Nachhaltigkeit und soziale Verpflichtung

In diesem schwierigen Marktumfeld hat die Bossard Gruppe ihre hohe sozialpolitische Verantwortung wie gewohnt wahrgenommen. Unsere Mitarbeitenden sind die Träger unseres wirtschaftlichen Erfolgs, und wir engagieren uns für ein motivierendes und positives Arbeitsumfeld. Trotz rückläufigen Umsätzen fand kein Personalabbau statt, der die Rentabilität nur auf kurze Sicht verbessert hätte. Ganz im Gegenteil: Bossard zeichnet sich in allen Weltregionen durch Wachstumsprojekte aus; freisetzen wollen wir dieses Potenzial gemeinsam mit unseren Mitarbeitenden. In der 190-jährigen Geschichte der Bossard Gruppe haben wir gelernt, dass sich eine nachhaltige Sichtweise auch in der Personalpolitik langfristig auszahlt.

Bossards «Strategie 200»

Die im Verlauf des Geschäftsjahrs 2020 erarbeitete «Strategie 200» verdeutlicht, dass unser Unternehmen für eine weitere Expansionsetappe willens und bereit ist. Damit verfolgt Bossard ambitionierte Pläne für die kommende Dekade bis zum 200-Jahr-Jubiläum im Jahr 2031.

Diese Planung zeigt auf, dass sich der Gruppe in den nächsten Jahren aufwärtsstrebende Perspektiven für eine rentable Expansion eröffnen und so ein beschleunigtes Wachstum angestrebt werden kann. Unser weltweiter Marktanteil bewegt sich heute im unteren einstelligen Bereich: Das bedeutet, dass wir in den meisten Märkten enorme Entwicklungsmöglichkeiten haben. Mit unserem einzigartigen globalen Produkt- und Dienstleistungsangebot streben wir danach, unsere Marktposition weltweit zu verbessern. Mithilfe von sieben Initiativen soll die Bossard Gruppe eine resolut kundenorientierte Unternehmensgruppe werden. Für diese Transformation konzentrieren wir uns voll und ganz auf unsere Stärken und orientieren daran die weitere Unternehmensentwicklung. Unser internes Motto «Together We Create» bildet die Basis dieser Strategie: Damit wollen wir die Zusammenarbeit in der Bossard Gruppe weiter fördern und Synergien nutzen. Wir wollen uns noch mehr auf globale Wachstumssegmente konzentrieren und die Kundenverbundenheit durch hochwertige Produkte und Dienstleistungen weiter verbessern und stärken.

All dies soll dazu führen, dass wir als Unternehmensgruppe in den kommenden Jahren noch ambitioniertere Ziele erreichen und unser Kundenversprechen «Proven Productivity» sowie Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung weiter in die globale Industrielandschaft tragen. Mehr dazu lesen Sie ab Seite 28 dieses Geschäftsberichts.

Zuversichtlich in die Zukunft

Bossard nimmt diese nächste Etappe in der Unternehmensgeschichte mit viel Zuversicht in Angriff. Die Gruppe hat in den vergangenen Monaten gezeigt, dass sie sich auf ein Fundament abstützt, das tragfähig für die weitere Entwicklung ist.

Aus heutiger Sicht können wir nur schwer prognostizieren, wie sich die Absatzmärkte in den kommenden Monaten entwickeln werden. Viel hängt vom Verhalten der Menschen, der Politik und den Massnahmen der Behörden in den einzelnen Ländern ab – dies liegt ausserhalb unserer Gestaltungsmacht. Immerhin konnten wir mit Befriedigung feststellen, dass die Regierungen in den letzten Monaten bemüht waren, die Wirtschaft möglichst zu stützen und die Produktionskadenz in den Unternehmen aufrecht zu erhalten.

Die Art und Weise, wie Bossard das Krisenjahr 2020 gemeistert hat, erfüllt uns mit Zuversicht, und wir blicken optimistisch in die Zukunft. Engagierte Mitarbeitende, stabile Cashflows und eine grundsolide Bilanz mit einer Eigenkapitalquote von 50,3 % ermöglichen es der Bossard Gruppe, die strategisch bedeutsamen Projekte mit voller Kraft weiter voranzutreiben. Im vergangenen Jahr kürzte der Verwaltungsrat infolge grosser Unsicherheiten rund um die COVID-19 Pandemie die Dividende kurzfristig um 50 %. Dabei stellte er bei einem optimalen Geschäftsgang im 2020 in Aussicht, an der Generalversammlung 2021 eine höhere Dividende auszubezahlen. 

Das aktuelle Umfeld ist immer noch geprägt durch die Pandemie und den einhergehenden Unsicherheiten. Der Verwaltungsrat trägt dieser Situation Rechnung. Er bezieht aber in seinen Überlegungen das gute Ergebnis sowie die solide Bilanz ein und hat sich für einen Mittelweg entschieden. Er beantragt an der Generalversammlung 2021 statt der üblichen Ausschüttung von 40 % des Konzerngewinnes eine Ausschüttung von 50 %. Dies entspricht einer Dividende von 4,40 CHF brutto für die Aktionäre mit Namenaktien A.

Diese Zuversicht basiert letztlich auf der Unterstützung und dem ermutigenden Engagement all unserer Stakeholder: Wir bedanken uns bei allen Mitarbeitenden für ihren Einsatz, ihre Solidarität, ihren Teamgeist und ihre Begeisterung. Sie sind ein wichtiger Erfolgsfaktor der Bossard Gruppe. Unseren Kunden danken wir für ihre langjährige Treue, unseren Partnern und Zulieferern für die ausgezeichnete Zusammenarbeit. Und Ihnen, geschätzte Aktionärinnen und Aktionäre, danken wir herzlich für das Vertrauen, das Sie uns auch 2020 entgegengebracht haben.

Dr. Thomas Schmuckli
Verwaltungsratspräsident

Dr. Daniel Bossard
CEO

Zug, 26. Februar 2021

Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre

An das vergangene Geschäftsjahr werden wir uns lange erinnern: Die heftigen Auswirkungen der COVID-19 Pandemie auf das wirtschaftliche und gesellschaftliche Leben lagen 2020 im Mittelpunkt unser aller Interesse.

Auch wenn die Nachfrage in wichtigen Absatzmärkten zeitweise einbrach und der starke Schweizer Franken die Bossard Gruppe erneut belastete, konnten wir Umsatz und Rentabilität dank einer bemerkenswerten Widerstandskraft auf hohem Niveau halten. Der Verwaltungsrat und die Konzernleitung sind mit dem Ergebnis 2020 zufrieden. Der Umsatz betrug im vergangenen Geschäftsjahr 812,8 Mio. CHF (Vorjahr: 876,2 Mio. CHF). Das Betriebsergebnis (EBIT) belief sich auf 86,4 Mio. CHF (Vorjahr: 95,7 Mio. CHF), was einer EBIT-Marge von 10,6 % (Vorjahr: 10,9 %) entspricht – ein gutes Resultat in einem äusserst anspruchsvollen Jahr. Dies gilt ebenfalls für den Konzerngewinn, welcher 67,8 Mio. CHF (Vorjahr: 76,0 Mio. CHF) betrug.

Resilienz dank breiter Diversifikation

Die Resilienz der Bossard Gruppe inmitten einer seit Jahren nicht mehr erlebten Krise lässt sich verschiedentlich erklären. Sie begründet sich zunächst mit der breiten Diversifikation der Gruppe. Die aus der Pandemie resultierende Krise hat ganze Marktsegmente und damit auch viele unserer Kunden hart getroffen. Die seit Jahren dezidiert vorangetriebene Ausrichtung auf neue Wachstumsfelder und Aktivitätsbereiche hat sich im «Corona-Jahr» positiv ausgewirkt – namentlich durch starke Impulse aus den Bereichen Medizinaltechnik, Halbleiterfertigung, Eisenbahnbau und Elektromobilität.

Unsere geografische Diversifikation hat ebenfalls dazu beigetragen, die Krise etappenweise zu meistern – angefangen in Asien, dann in Europa und Amerika, wobei sich der chinesische Markt bereits im Juni 2020 wieder annähernd auf dem Niveau vor der Krise befand. 

Bossard erwies sich dabei in jeder Phase dieses Wirtschaftseinbruchs als verlässliche Partnerin. Unsere seit Jahren praktizierte duale Einkaufsstrategie, welche jeweils alternative Beschaffungsquellen vorsieht, spielte dabei eine zentrale Rolle. Dank ihr blieb unsere Lieferfähigkeit auch in den turbulentesten Monaten in allen Weltmarktregionen erhalten. Bossard hat auf diese Weise einen wichtigen Beitrag geleistet, damit die Fertigungsprozesse in den Produktionsstätten der Kunden aufrecht erhalten werden konnten. Zusammenfassend können wir sagen: Das in den letzten Jahren konsequent weiterentwickelte Geschäftsmodell hat seine Probe eindrucksvoll bestanden.

Erfolge der Digitalisierung 

Die getätigten Investitionen im Bereich der Digitalisierung zahlten sich aus. Dank ihnen konnten wir die Geschäftstätigkeiten auch unter erschwerten Rahmenbedingungen weitgehend ohne Unterbrechung fortsetzen.

So wurde etwa der Bereich Smart Factory Logistics, bei dem automatisierte Lagerbewirtschaftungssysteme eingerichtet und betrieben werden, fast nahtlos weitergeführt und teilweise sogar ausgebaut. Das damit verbundene Know-how wurde im vergangenen Jahr verstärkt nachgefragt: Schliesslich tragen im pandemiegeprägten Umfeld Systeme, die eine Maschine-zu-Maschine-Kommunikation ermöglichen, dazu bei, die Kontakte zwischen Mitarbeitenden zu reduzieren oder sogar Prozesse gänzlich zu automatisieren. Unsere technischen Seminare wie auch Engineering Projekte konnten wir dank den Digitalisierungsanstrengungen weiter ausbauen.

Wir sind stolz darauf, dass wir mit unserer digitalen Kompetenz zu jedem Zeitpunkt der Krise die verschiedenen Vertriebskanäle optimal nutzen konnten, um unseren Kunden in neuer Art und Weise unsere Produkte zu liefern und Dienstleistungen anzubieten.

Respektabler Leistungsausweis in den Regionen

Wie Sie sich vorstellen können, sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, entwickelten sich die Märkte in den einzelnen Weltregionen und Ländern höchst unterschiedlich. In Europa wurden unsere Abnehmer in verschiedenen Ländern durch die behördlichen Massnahmen über Wochen hinweg in ihrer Handlungsfreiheit massiv eingeschränkt. Gerade in diesem von beträchtlichen Verwerfungen geprägten Wirtschaftsumfeld hat uns die breit aufgestellte Kundenbasis entscheidend geholfen. Insgesamt haben wir 2020 in Europa und insbesondere in der Schweiz einen respektablen Leistungsausweis erzielt.

Und wir investieren weiterhin in die Zukunft, wie die im November erworbene 40 %-Beteiligung am Start-up-Unternehmen MultiMaterial-Welding AG zeigt. Das Unternehmen zeichnet sich durch innovative Technologien aus, die neuartige Befestigungslösungen bei Leichtbau- und Multimaterialkonstruktionen ermöglichen. Das ist vor allem für Unternehmen interessant, die im Transportsektor tätig sind – hier sehen wir ein grosses Potenzial.

In Amerika war Bossard bereits im zweiten Semester 2019 mit einem deutlich härteren Marktumfeld konfrontiert. Unsere getätigten Massnahmen verlangsamten erfolgreich die Umsatzerosion, dies beweisen die Resultate des dritten und insbesondere des vierten Quartals. Hinzu kommt, dass wir in Amerika spannende Projekte lanciert haben, die neues Wachstum generieren werden – etwa im Bereich Elektromobilität.

In Asien befindet sich Bossard dank intensiver Investitionstätigkeit seit Jahren auf Wachstumskurs. Diese Erfolgsgeschichte wurde pandemiebedingt vorübergehend im ersten Quartal 2020 unterbrochen, doch bereits im zweiten Quartal kehrten einige unserer Ländergesellschaften auf ihren expansiven Kurs zurück. Und im zweiten Halbjahr verbuchten wir für die gesamte Marktregion wieder einen leichten Zuwachs in Lokalwährung.

Nachhaltigkeit und soziale Verpflichtung

In diesem schwierigen Marktumfeld hat die Bossard Gruppe ihre hohe sozialpolitische Verantwortung wie gewohnt wahrgenommen. Unsere Mitarbeitenden sind die Träger unseres wirtschaftlichen Erfolgs, und wir engagieren uns für ein motivierendes und positives Arbeitsumfeld. Trotz rückläufigen Umsätzen fand kein Personalabbau statt, der die Rentabilität nur auf kurze Sicht verbessert hätte. Ganz im Gegenteil: Bossard zeichnet sich in allen Weltregionen durch Wachstumsprojekte aus; freisetzen wollen wir dieses Potenzial gemeinsam mit unseren Mitarbeitenden. In der 190-jährigen Geschichte der Bossard Gruppe haben wir gelernt, dass sich eine nachhaltige Sichtweise auch in der Personalpolitik langfristig auszahlt.

Bossards «Strategie 200»

Die im Verlauf des Geschäftsjahrs 2020 erarbeitete «Strategie 200» verdeutlicht, dass unser Unternehmen für eine weitere Expansionsetappe willens und bereit ist. Damit verfolgt Bossard ambitionierte Pläne für die kommende Dekade bis zum 200-Jahr-Jubiläum im Jahr 2031.

Diese Planung zeigt auf, dass sich der Gruppe in den nächsten Jahren aufwärtsstrebende Perspektiven für eine rentable Expansion eröffnen und so ein beschleunigtes Wachstum angestrebt werden kann. Unser weltweiter Marktanteil bewegt sich heute im unteren einstelligen Bereich: Das bedeutet, dass wir in den meisten Märkten enorme Entwicklungsmöglichkeiten haben. Mit unserem einzigartigen globalen Produkt- und Dienstleistungsangebot streben wir danach, unsere Marktposition weltweit zu verbessern. Mithilfe von sieben Initiativen soll die Bossard Gruppe eine resolut kundenorientierte Unternehmensgruppe werden. Für diese Transformation konzentrieren wir uns voll und ganz auf unsere Stärken und orientieren daran die weitere Unternehmensentwicklung. Unser internes Motto «Together We Create» bildet die Basis dieser Strategie: Damit wollen wir die Zusammenarbeit in der Bossard Gruppe weiter fördern und Synergien nutzen. Wir wollen uns noch mehr auf globale Wachstumssegmente konzentrieren und die Kundenverbundenheit durch hochwertige Produkte und Dienstleistungen weiter verbessern und stärken.

All dies soll dazu führen, dass wir als Unternehmensgruppe in den kommenden Jahren noch ambitioniertere Ziele erreichen und unser Kundenversprechen «Proven Productivity» sowie Nachhaltigkeit und soziale Verantwortung weiter in die globale Industrielandschaft tragen. Mehr dazu lesen Sie ab Seite 28 dieses Geschäftsberichts.

Zuversichtlich in die Zukunft

Bossard nimmt diese nächste Etappe in der Unternehmensgeschichte mit viel Zuversicht in Angriff. Die Gruppe hat in den vergangenen Monaten gezeigt, dass sie sich auf ein Fundament abstützt, das tragfähig für die weitere Entwicklung ist.

Aus heutiger Sicht können wir nur schwer prognostizieren, wie sich die Absatzmärkte in den kommenden Monaten entwickeln werden. Viel hängt vom Verhalten der Menschen, der Politik und den Massnahmen der Behörden in den einzelnen Ländern ab – dies liegt ausserhalb unserer Gestaltungsmacht. Immerhin konnten wir mit Befriedigung feststellen, dass die Regierungen in den letzten Monaten bemüht waren, die Wirtschaft möglichst zu stützen und die Produktionskadenz in den Unternehmen aufrecht zu erhalten.

Die Art und Weise, wie Bossard das Krisenjahr 2020 gemeistert hat, erfüllt uns mit Zuversicht, und wir blicken optimistisch in die Zukunft. Engagierte Mitarbeitende, stabile Cashflows und eine grundsolide Bilanz mit einer Eigenkapitalquote von 50,3 % ermöglichen es der Bossard Gruppe, die strategisch bedeutsamen Projekte mit voller Kraft weiter voranzutreiben. Im vergangenen Jahr kürzte der Verwaltungsrat infolge grosser Unsicherheiten rund um die COVID-19 Pandemie die Dividende kurzfristig um 50 %. Dabei stellte er bei einem optimalen Geschäftsgang im 2020 in Aussicht, an der Generalversammlung 2021 eine höhere Dividende auszubezahlen. 

Das aktuelle Umfeld ist immer noch geprägt durch die Pandemie und den einhergehenden Unsicherheiten. Der Verwaltungsrat trägt dieser Situation Rechnung. Er bezieht aber in seinen Überlegungen das gute Ergebnis sowie die solide Bilanz ein und hat sich für einen Mittelweg entschieden. Er beantragt an der Generalversammlung 2021 statt der üblichen Ausschüttung von 40 % des Konzerngewinnes eine Ausschüttung von 50 %. Dies entspricht einer Dividende von 4,40 CHF brutto für die Aktionäre mit Namenaktien A.

Diese Zuversicht basiert letztlich auf der Unterstützung und dem ermutigenden Engagement all unserer Stakeholder: Wir bedanken uns bei allen Mitarbeitenden für ihren Einsatz, ihre Solidarität, ihren Teamgeist und ihre Begeisterung. Sie sind ein wichtiger Erfolgsfaktor der Bossard Gruppe. Unseren Kunden danken wir für ihre langjährige Treue, unseren Partnern und Zulieferern für die ausgezeichnete Zusammenarbeit. Und Ihnen, geschätzte Aktionärinnen und Aktionäre, danken wir herzlich für das Vertrauen, das Sie uns auch 2020 entgegengebracht haben.

Dr. Thomas Schmuckli
Verwaltungsratspräsident

Dr. Daniel Bossard
CEO

Zug, 26. Februar 2021

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Highlights

Erfreuliches Ergebnis in schwierigem Marktumfeld

Ein Jahr voller Herausforderungen endete über den Erwartungen. Die erzielten Ergebnisse widerspiegeln die Widerstandsfähigkeit der Bossard Gruppe in einem volatilen und widrigen Marktumfeld, was sich in der breitdiversifizierten Kundenbasis in unterschiedlichen Industriesegmenten begründet.

 

Auf einen Blick

Nettoumsatz
in Mio. CHF
Geografische Umsatzverteilung
in %
Betriebsgewinn
in Mio. CHF
Konzerngewinn
In Mio. CHF
 
 

Corporate Governance

Einblick in Struktur und Gremien

Die ­Bossard Gruppe lehnt sich mit ihrer Organisationsstruktur an die internationalen Standards der Unternehmensführung an. Die Organe und die Leitung des Konzerns orientieren sich an der Richtlinie betreffend Informationen zur Corporate Governance der SIX Swiss Exchange sowie am «Swiss Code of Best Practice for Corporate Governance» von economiesuisse.

 

Verwaltungsrat

Dr. Thomas Schmuckli-Grob
Präsident des Verwaltungsrats seit 2007

Dr. Thomas Schmuckli-Grob arbeitet heute als professioneller Verwaltungsrat. Von 1993 bis 2013 übte er verschiedene Führungsfunktionen im Bereich General Counsel der Credit Suisse Gruppe aus, zuerst in der Leu Bankengruppe, ab 1998 mit einem Unterbruch in der Credit Suisse. Von 2005 bis 2007 leitete er den Rechtsdienst Corporate & Institutional Clients der Credit Suisse in Zürich, danach den Bereich Legal and Compliance Asset Management in Zürich (2007 bis 2013). Von 2000 bis 2005 verantwortete er den Bereich Prozess- und Produktmanagement bei der Zuger Kantonalbank.

Anton Lauber
Verwaltungsrat seit 2006

Seit 2012 arbeitet Anton Lauber als professioneller Verwaltungsrat. Von 2008 bis 2011 verantwortete er als Verwaltungsratsdelegierter der Schurter AG die Division Components der Schurter Gruppe, Luzern. Von 1993 bis 2008 führte er als CEO und ab 1996 als Verwaltungsratsdelegierter die Schurter AG, wo er von 1988 bis 1992 als Leiter Produktion und Technik tätig war. Davor leitete er die Generatorfabrik der ABB Schweiz. Im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit konnte Anton Lauber Erfahrungen in Schwellenländern sammeln, insbesondere in Indien, China, Brasilien und Malaysia.

Dr. René Cotting
Verwaltungsrat seit 2015

Dr. René Cotting ist seit 1995 in der ABB Gruppe in verschiedenen Funktionen im In- und Ausland tätig. Von 2013 bis Ende Mai 2017 war er CFO in der Geschäfts-leitung der ABB Schweiz. Am 1. März 2017 wurde er zum Head of Operation, Innovation und R&D für die ABB Gruppe und zum Chairman von ABB Technology Ventures ernannt. Im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit konnte René Cotting Erfahrungen in Schwellenländern sammeln, insbesondere in Indien, China und Polen.

David Dean
Verwaltungsrat seit 2019

David Dean arbeitet heute als professioneller Verwaltungsrat. Von 2005 bis 2019 führte er als CEO die Bossard Gruppe. Er war von 1998 bis 2004 als CFO der Gruppe tätig und ist seit 1992 bei Bossard. In den Jahren 1990 bis 1992 war er Corporate Controller und Mitglied der Konzernleitung in einem weltweit tätigen Logistikkonzern. Von 1980 bis 1990 war er in verschiedenen Führungsfunktionen in der Wirtschaftsprüfung und -beratung bei der PricewaterhouseCoopers AG tätig. Im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit konnte David Dean Erfahrungen in Schwellenländern sammeln, insbesondere in Indien, China, Malaysia, Thailand, Taiwan und Südkorea.

Patricia Heidtman
Verwaltungsrätin seit 2019

Patricia Heidtman arbeitet seit ihrem Studium bei SIKA, seit 2017 ist sie Mitglied des SIKA Management Teams. Aktuell führt sie in Sarnen, Schweiz das Forschungs- & Entwicklungsteam für thermoplastische Systeme. Davor war Patricia Heidtman rund 14 Jahre in den USA, zuletzt als Leiterin Innovationsmanagement für Produkte, Prozesse und Entwicklungen für die Automobilindustrie.

Martin Kühn
Verwaltungsrat seit 2018

Martin Kühn ist seit 2010 bei der KIBAG Gruppe in Zürich tätig, seit 2014 als CFO und Mitglied der Geschäftsleitung. Er ist für die Bereiche Finanzen, ICT, Human Resources, Immobilien, KIBAG Marina und die technischen Dienste des Tiefbau- und Baumaterialunternehmens verantwortlich. Von 2002 bis 2010 arbeitete er bei PricewaterhouseCoopers AG im In- und Ausland als Wirtschaftsprüfer und in der M&A Beratung für Industriekunden. Davor war er während zwei Jahren bei der UBS tätig.

Prof. Dr. Stefan Michel
Verwaltungsrat seit 2011

Seit 2008 ist Prof. Dr. Stefan Michel als Professor für Marketing und Service Management und Direktor des Executive MBA am IMD in Lausanne tätig. Von 2003 bis 2008 war er Professor an der Thunderbird School of Global Management, Arizona, USA. Davor lehrte er als Professor an der Hochschule Luzern, führte ein familieneigenes Hotel und arbeitete bei der Bank Leu in Zürich.

Maria Teresa Vacalli
Verwaltungsrätin seit 2013

Maria Teresa Vacalli ist seit September 2019 als CEO (Chief Executive Officer) der Bank Cler in Basel tätig. Von 2018 bis 2019 war sie CDO (Chief Digital Officer) und Teil der Geschäftsleitung sowie der Konzernleitung bei der Basler Kantonalbank in Basel. Von 2016 bis 2018 war sie als CEO bei Moneyhouse in Rotkreuz tätig. Von 2008 bis 2016 war sie Direktorin Wholesale Unit bei Sunrise Communications AG in Zürich und seit 2014 Executive Director. Von 2002 bis 2008 hatte sie verschiedene Führungsfunktionen bei der upc cablecom GmbH – heute UPC Schweiz GmbH – in Zürich inne. Davor war sie in diversen Managementfunktionen bei unterschiedlichen Unternehmen tätig.

Konzernleitung

Dr. Daniel Bossard
CEO der Gruppe seit 2019

Dr. Daniel Bossard von 2009 bis 2018 CEO Nord- und Osteuropa. Von 2006 bis 2008 war er als Sales & Marketing Manager der Bossard Gruppe für die Neuausrichtung der Verkaufsstrategie und die Entwicklung internationaler Kundenbeziehungen verantwortlich. Von 2003 bis 2006 war er Geschäftsführer von Bossard Dänemark. Dr. Daniel Bossard stiess im Jahr 2000 als E-Business-Manager zur Bossard Gruppe, nachdem er zuvor als Berater bei Andersen Consulting – heute Accenture – tätig gewesen war.

Stephan Zehnder
CFO der Gruppe seit 2005

Stephan Zehnder übernahm 1998 in der Bossard Gruppe die Funktion des Gruppen Controllers, die er bis Ende 2004 ausübte. Von 1996 bis 1997 war er bei Bossard im Corporate Finance als Controller tätig. Davor war er bei verschiedenen internationalen Unternehmen in unterschiedlichen Funktionen im Finanzbereich tätig.

Beat Grob
CEO Zentraleuropa seit 2006

In den Jahren 2005 bis 2016 war Beat Grob Geschäftsführer von Bossard Schweiz. Er trat 1995 als Projektleiter Logistik bei Bossard ein und übernahm im Folgejahr die Verantwortlichkeit der Logistik der Bossard Gruppe.

Dr. Frank Hilgers
CEO Nord- & Osteuropa seit 2019

Dr. Frank Hilgers ist seit Mai 2019 CEO Nord- und Osteuropa. Er zeichnet sich seit 2015 für das konzernweite Management des Bereichs Markenprodukte und hochwertige Verbindungslösungen (Chief Category Officer, CCO) verantwortlich. Ausserdem leitet er seit 2012 die Geschäftseinheiten von KVT-Fastening. Von 2009 bis 2012 war er in der Geschäftsleitung der KVT-Koenig für Vertrieb, Produktmanagement und die Sparte Verbindungstechnik verantwortlich. Von 2007 bis 2009 hatte er bei Continental die Verantwortung für sämtliche Länderorganisationen des Ersatzteilgeschäfts und das Key Account Management für den Bereich Commercial & Special Vehicle inne. (Weitere Funktionen s. PDF Geschäftsbericht.)

Steen Hansen
CEO Amerika seit 2008

Von 2006 bis 2008 war Steen Hansen Geschäftsführer von Bossard IIP, Cedar Falls, Iowa. Von 2004 bis 2006 zeichnete er sich für die Gruppenlogistik verantwortlich. 2001 startete Steen Hansen seinen beruflichen Werdegang bei Bossard als Logistikleiter in Dänemark. Vor seiner Tätigkeit bei Bossard hatte er verschiedene Führungspositionen inne; zuletzt war er Supply Chain Manager bei Nomeco Denmark, einem führenden Grosshändler von Arzneimitteln.

Robert Ang
CEO Asien seit 2009

Von 2005 bis 2009 war Robert Ang für die Marktregion Bossard Greater China (China, Taiwan) und davor für die Region Südostasien verantwortlich. In den Jahren 1997 bis 1999 war er Geschäftsführer von Bossard Singapur. Von 1994 bis 1997 führte Robert Ang sein eigenes Unternehmen, das 1997 von Bossard erworben wurde. Zuvor war er vier Jahre Produktmanager bei Conner Peripherals und Optics Storage Pte Ltd. in Singapur. Von 1986 bis 1989 arbeitete er als Einkäufer bei der Printronix AG.

 
 

Vergütungsbericht

Vergütungen im Geschäftsjahr 2020

In diesem Vergütungsbericht werden Vergütungsgrundsätze und -programme sowie das Governance-System für Vergütungen an den Verwaltungsrat und die Konzernleitung der ­Bossard Holding AG beschrieben. Der Bericht enthält zudem Angaben zur Vergütung für diese beiden Gremien im Geschäftsjahr 2020.

 
 

Finanzbericht

Erfreuliches Ergebnis in schwierigem Marktumfeld

Die Bossard Gruppe erzielte im Geschäftsjahr 2020 einen Umsatz von 812,8 Mio. CHF, was einem Rückgang von 3,3 % in Lokalwährung respektive 7,2 % in Schweizer Franken entspricht. Der Betriebsgewinn (EBIT) belief sich auf 86,4 Mio. CHF (Vorjahr: 95,7 Mio. CHF). Die EBIT-Marge betrug 10,6 % nach 10,9 % im Vorjahr. Somit konnte diese auch in einem ausserordentlich schwierigen Jahr innerhalb der langfristig anvisierten Bandbreite von 10 % bis 13 % gehalten werden. Der Konzerngewinn belief sich auf 67,8 Mio. CHF (Vorjahr: 76,0 Mio. CHF).

 
 

Sustainability

Nachhaltigkeit & soziale Verantwortung

Bossard setzt sich für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung ein. Wir sind überzeugt, dass nur eine auf Nachhaltigkeit ausgerichtete und für alle Stakeholder akzeptable Unternehmensstrategie langfristig erfolgreich sein kann. Seit Generationen stellt die Familie Bossard ihr besonderes Engagement für Nachhaltigkeit an 83 Standorten der Bossard Gruppe weltweit unter Beweis.

 

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